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Speyer - Erde aus Auschwitz

Ein Geschenk der Versöhnung findet seinen Platz - pax christi-Kapelle in der St. Bernhardskirche in Speyer - 27. Januar 2007

Am 27. Januar 2007, dem deutschen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wurde einem Kästchen mit Erde aus Auschwitz-Birkenau in der pax christi-Kapelle der Kirche des Hl. Bernhard von Clairvaux in Speyer ein öffentlicher Platz gegeben. Dieses Kästchen ist ein Geschenk polnischer Freundinnen und Freunde, das sie anlässlich einer Sühnefahrt nach Auschwitz im Jahre 1984 als Zeichen der Versöhnung an pax christi überreichten. pax christi sah die Zeit gekommen, die damalige Geste der Versöhnung öffentlich zu würdigen und mit einem dauerhaften Ort für die Erde aus Auschwitz-Birkenau ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.
Seit ihrer Gründung im Jahre 1953 ist die pax christi-Kapelle in Speyer ein Ort der Mahnung gegen den Krieg und zugleich Ort des Gebets und der Begegnung. Gemeinsam erbauten Franzosen und Deutsche Kapelle und Kirche. Die Kapelle ist so selbst steingewordenes Zeugnis der Versöhnung zwischen ehemals verfeindeten Ländern. Mit der Erde aus Auschwitz-Birkenau an diesem Ort wird der Blick geweitet: auf die polnischen und vor allem die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus und die Schritte der Versöhnung, die bis heute möglich wurden. Die pax christi Kapelle möge zu einem Ort des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und der Mahnung werden, die Erinnerung an Auschwitz wach zu halten und für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden weltweit einzustehen. Eine Inschrift soll Besucher auf die Bedeutung des Ortes mit diesen Worten hinweisen:


Hier wird Erde aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau aufbewahrt. Zwischen 1940 und 1945 ermordeten die Nationalsozialisten dort etwa anderthalb Millionen Menschen. Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas. Anlässlich einer Sühnefahrt im Jahre 1984 überreichten die polnischen Gastgeber diese Erde an pax christi als Zeichen der Versöhnung. Hier sei die Erde dieses Ortes „allzeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an die Menschheit“, wie es auf der Gedenktafel von Birkenau heißt.“


Im Rahmen einer Feierstunde und eines Gottesdienstes mit dem Präsidenten der deutschen Sektion von pax christi, Bischof Heinz Josef Algemissen, Fulda, wurde dem Geschenk der Versöhnung dieser öffentliche Platz gegeben. Wir danken dem für die Kirche St. Bernhard von Clairvaux verantwortlichen Domkapitel von Speyer ausdrücklich für die bereitwillige Unterstützung und Zustimmung, das Kästchen an diesem Ort aufzubewahren und diesen Akt in der pax christi-Kapelle zu vollziehen.

Wir dokumentieren hier die Beiträge der Feierstunde in Speyer, die Predigt von Bischof Algermissen während des Gottesdienstes und das Totengedenken der Vizepräsidentin von pax christi, Veronika Hüning, das sie nach der Niederlegung des Kästchens in der pax christi-Kapelle sprach.

Das Foto von Bischof Algermissen wurde uns freundlicherweise vom Fotografen Jörg Siegmund zur Verfügung gestellt.