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Philippinen

Die politische Situation

Auf der Insel Negros, Philippinen, herrscht Krisenstimmung. Seit fast 40 Jahren führen verschiedene kommunistische Gruppen einen blutigen Kampf um einen Systemwechsel. Die wirtschaftlichen Zukunftsprognosen der von Monokultur (Zuckerrohr) und knapp 35 Familien beherrschten Insel sind düster: Die derzeit 4,5 Mio. Einwohner zählende Bevölkerung (davon die Hälfte bereits jetzt in absoluter Armut lebend) wird sich voraussichtlich in den nächsten 10-15 Jahren verdoppeln. Korruption und Machtmissbrauch lähmen jegliche Entwicklung. Viele sehen den bewaffneten Widerstand als einzigen Ausweg, da gewaltfreie Aktionen wie die berühmte „People’s Power“–Revolution, die 1986 zum Sturz des Diktators Ferdinand Marcos führte, mittelfristig keine Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Situation gebracht haben. Vor diesem Hintergrund begann im April 2004 die Kooperation zwischen der deutschen Sektion von pax christi und Pax Christi Pilipinas zum Aufbau eines Friedenszentrums - unterstützt von einer deutschen Fachkraft des Zivilen Friedensdienstes. Inzwischen hat das BMZ einer Verlängerung zugestimmt, so dass das Projekt im April 2009 enden wird.

Die pax christi-Fachkraft und das Team

Patrick Koop ist als Fachkraft des Zivilen Friedensdienstes in Bacolod auf der Insel Negros als Berater für Pax Christi Pilipinas tätig. Zusammen mit Cesar Villanueva, einem Gründungsmitglied von Pax Christi Pilipinas, drei Kolleginnen und einer Gruppe von Voluntären haben sie das Niall O'Brian Peace Centre aufgebaut und entwickeln verschiedene Programme. Das Foto zeigt Patrick und Antonia Koop zusammen mit Veronika Hüning, Vizepräsidentin der deutschen Sektion von pax christi.

Das Projekt wird von pax christi in Koooperation mit der AGEH durchgeführt und aus Mitteln des Zivilen Friedensdienstes des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie aus Spenden finanziert.

Das Niall O`Brien-Friedenszentrum

Das Friedenszentrum erhielt seinen Namen zu Ehren des 2004 verstorbenen Columbanerpriesters und langjährigen Kaplans von Pax Christi Pilipinas, Father Niall O'Brien, der sich über 30 Jahre für Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Versöhnung auf Negros eingesetzt hat. Das Zentrum wurde von Pax Christi Pilipinas gegründet. Ende 2004 konnte das Haus, in dem Father Niall lebte und arbeitete, von Pax Christi Pilipinas erworben werden. Der Ort war schon zu seinen Lebzeiten ein bekannter Treffpunkt lokaler Friedensinitiativen und eignet sich deshalb sehr gut für das Zentrum.

Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums

Das Zentrum hat ein zentrales Ziel: Fähigkeiten zum Konfliktmanagement sollen geschult und damit friedliche Wege zur Transformation der Gesellschaft eröffnet werden. Die Aktivitäten des Zentrums sind vielfältig:

Friedensjournalismus - ein besonderes Projekt

Seit Ende 2004 baut Pax Christi Pilipinas den Arbeitsschwerpunkt Friedensjournalismus auf. Gegründet wurde das Netzwerk PECOJON - Peace and Conflict Journalism. Auf der Internetseite von PECOJON heißt es zu den Zielen: "Wir sind alle nur zu gut an die Sprache von Krieg und Gewalt gewöhnt. Es ist eine Sprache des Sieges und der Glorie, aber auch des Taumas und Terrors. Es ist die Sprache der Medien. Die Medien schaffen die Kriegsschauplätze der modernen Konflikte. Die Stimme des Journalisten entscheidet dabei darüber, wie die Konfliktparteien wahrgenommen werden: als Opfer oder Täter, als leidende Menschen oder als die Verkörperung des Bösen. Allein durch die Darstellung von "Fakten" beeinflussen die Medien den Verlauf von Konflikten. PECOJON bietet - gemeinsam mit Pax Christi Pilipinas - seit 2004 Trainings für Journalisten über Friedensjournalismus an. Dabei geht es um verfeinerte, verantwortungsvolle und konstruktive Möglickeiten, über Konflikte und Krieg zu berichten. Friedens-Journalisten sind Konflikt-Journalisten. Aber sie sprechen nicht allein über Krieg und Hass, sondern erheben auch eine Stimme der Hoffnung und der Veränderung." Antonia Koop, Ehefrau von Patrick Koop und von Beruf Journalistin, hat die Arbeit des Zentrums anfangs ehrenamtlich unterstützt und PECOJON sowie die Trainingsarbeit maßgeblich mit aufgebaut. Ab Anfang 2006 wird die Arbeit von Pecojon von Misereor unterstützt und Antonia Koop als Beraterin auf 3 Jahre fest angestellt.

Weiterführende Informationen

Nach einem Projektbesuch im März 2005 hat die Vizepräsidentin der deutschen Sektion von pax christi einen Bericht über ihre Eindrücke auf Bacolod geschrieben. Sie können ihn hier herunterladen. Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an die deutsche Sektion von pax christi (Kontakt siehe unten).