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Zum 1. Mai 2007 wurde die Arbeit des pax christi-Büros in Prizren in lokale Hände übergeben. Musa Vezgishi, bisher Friedensarbeiter von pax christi Rottenburg-Stuttgart, führt die multi-ethnische Begegnungs- und Verständigungsarbeit im Rahmen einer neu gegründeten Nichtregierungsorganisation weiter.
Im Jahr 2001 startete pax christi Rottenburg-Stuttgart das Friedens- und Versöhnungsprojekt in Prizren. Das pax christi-Team - unser Projektleiter Musa Vezgishi (auf dem Foto rechts) und zwei MitarbeiterInnen – arbeitet am Wiederaufbau des Vertrauens zwischen den Angehörigen der verschiedenen Volksgruppen. Insbesondere bahnt es Kontakte an und bietet Raum für Begegnungen und Austausch. Die Arbeit hat derzeit zwei Schwerpunkte – Medienarbeit und die Vernetzung lokaler Gruppen und Organisationen. Fernziel ist die Rückkehr vertriebener Bürger nach Prizren und das friedliche Zusammen-leben aller Einwohner, unabhängig von ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit.
Die Situation im Kosovo
Am 20. Februar 2006 begannen die Statusverhandlungen in Wien. Während die Kosovo-Albaner die volle staatliche Unabhängigkeit der Provinz fordern, lehnt Belgrad dies ab und will lediglich eine weitreichende Autonomie zugestehen. Bei den Verhandlungen spielen neben der Dezentralisierung und Gründung neuer Gemeinden auch Sicherheitsgarantien für Minderheiten, Bewegungsfreiheit und Rückkehrrechte für die serbische Minderheit eine zentrale Rolle. Die Projektregion Prizren im Süden des Kosovo befindet sich in der Mitte eines multiethnischen Gebiets mit Albanern, Bosniaken, Gorani, Serben, Roma, Türken und türkisch sprechenden Albanern.
Die Beziehungen zwischen den im Kosovo lebenden Volksgruppen sind weiterhin sehr angespannt. Die albanische und die serbische Volksgruppe leben streng getrennt in ihren Gebieten, in denen die jeweils andere Gruppe nach außen abgeschottete Enklaven bewohnt. Die nach dem Krieg vertriebenen serbischen Binnenflüchtlinge leben bis heute in provisorischen Flüchtlingsunterkünften – etwa in den Bergen bei Prizren. In den Nachkriegsjahren wuchs in Teilen der kosovo-albanischen Bevölkerung die Bereitschaft zum friedlichen Zusammenleben mit den anderen Volksgruppen des Kosovo. Mit den gewalttätigen Unruhen vom März 2004 in Prizren und anderswo versuchten nationalistisch-albanische Gruppen diese ersten Keime eines multiethnischen Zusammenlebens zu ersticken. In Prizren vertrieben sie die wenigen noch in der Stadt lebenden serbischen Bürger und zerstörten alte serbische Kirchen und Klöster. An anderen Orten wurden Übergriffe auf Roma und Ashkali verübt. Ein Klima der Angst hat erneut Einzug gehalten und die Trennung entlang ethnischer Linien verschärft.
Die zwei zentralen Projektstränge:
Das Projekt wurde von pax christi Rottenburg-Stuttgart in Kooperation mit dem Forum Ziviler Friedensdienst durchgeführt und aus Mitteln des Bundesministeriums für Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert.