Grußwort
pax christi
Orte des Gedenkens...
News&Infos
Erinnern für die Gegenwart
Friedensdienste
Nahost
Friedensbildung
Nord / Süd
Globalisierung
Friedenspolitik
60 Jahre pax christi
Zeitschrift
Bestellen
Intern
Delegiertenversammlung von Pax Christi 2009 in Fulda beschließt Weiterführung der Afrika-Kommission
Aus dem Antrag: Die Region der Großen Seen in Afrika ist nach wie vor eine der vorrangigen humanitären Krisengebiete weltweit. Das Leiden von grossen Teilen der Bevölkerung im Ostkongo hat sich in den letzten Jahren eher verschlimmert als verbessert, weil in den Waldgebieten der westlichen Regionen der Kivuprovinzen die Armee mit der MONUC gegen Hutumilizen vorgeht und diese an der Bevölkerung Rache üben. Andererseits hat sich in den Bevölkerungszentren die Situation verbessert, wenn auch dort die Kriminalitätsrate ansteigt und die Justiz noch nicht ausreichend funktioniert. Die anstehenden Wahlen 2010 in Ruanda können nicht darueber hinwegtäuschen, dass die Aufarbeitung des Völkermords von 1994 politisch manipuliert ist. Wirkliche Versöhnung findet in Ruanda nicht statt. Die Regierung Kagame hat stark diktatorische Zuege. Die Arbeit der Kommission möchte hier in den nächsten Jahren Impulse setzen. Die Tatsache, daß wir die „Afrikaarbeit“ seit der DV 2000 in Form einer auf nationaler Ebene angesiedelten Kommission durchführen, ist für unsere Position im Ökumenischen Netz Zentralafrika und wohl auch bei der Grands-Lacs-Arbeitsgruppe bei pci in Brüssel ganz wichtig.
Pax Christi Mitglied in Kinshasa gegen Kaution freigelassen
2.Oktober 2009. Eine erfreuliche Nachricht aus Kinshasa: Robert Ilunga Numbi, Präsident der mit pax christi assoziierten Organisation "Freunde Nelson Mandelas zur Verteidigung der Menschenrechte", der Ende August in Kinshasa verhaftet wurde, ist gestern nachmittag gegen Zahlung einer Kaution zumindest vorläufig freigekommen, wie sein Rechtsanwalt mitteilte. Robert ist inzwischen zu seiner Familie zurückgekehrt. Ein Dank aus Kinshasa an alle, die sich für seine Freilassung eingesetzt haben. Pax christi Deutschland hatte an Präsident Kabila und einige seiner Kabinettsminister appelliert und die Freilassung gefordert.
Weihnachten 2008 - Pax Christi Deutschland ruft zum Gebet für den Kongo auf
Zu Weihnachten ruft pax christi Deutschland in diesem Jahr dazu auf, insbesondere für die Menschen im Kongo zu beten, deren Situation hier bekannt zu machen und die Verflechtungen der dortigen Konflikte und Leiden der Menschen mit unserem Wohlstand hier in Deutschland wahrzunehmen. Information und Hilfestellung dazu bietet das Gebet- und Informationsblatt „Fürbittgebet für die Menschen im Kongo“ , das dieser Email als pdf-Anhang beigefügt ist. Dieses kleine Weihnachtsprojekt ist in Zusammenarbeit von Präsidium und der Kommission Solidarität mit Zentralafrika entstanden ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Photo: Flüchtlingslager im Kongo...
Diplomatischen Kreuzzug kongolesischer Bischöfe
Aus dem Kongo-Presse-Tagebuch: An diesem Freitag vor Weihnachten ist wieder “Frieden im Kongo” Hauptthema bei Le Potentiel. Über einen “Diplomatischen Kreuzzug katholischer Bischöfe in den Westen” kann berichtet werden. Und, Kern der Nachrichten aus dem Bereich der kongolesischen Bischöfe sei immer wieder der Spruch “Es ist Zeit, daß wir aufwachen.” So seien die Bischöfe vom Verb aus zur Tat geschritten und hätten ihren Pilgerstab genommen und seien zu einem diplomatischen Kreuzzug aufgebrochen und zwar regional als auch international. Am UNO-Sitz in New York und in Paris hätten sie sich für die dringende Entsendung europäischer Streitkräfte eingesetzt, sowie die Einberufung einer internationalen Konferenz über die Nutzung der natürlichen Rohstoffe des Kongos. Inzwischen hätten sie auch Staatspräsident Kabila aufgefordert, “in seiner Eigenschaft als Garant der Nation, die nationale Aussöhnung zu konsolidieren, um den großen Herausforderungen gerecht zu werden”. Die Reise nach Europa und Amerika hätten Bischof Fridolin Ambongo von Bokungu und Erzbischof Fulgence Muteba [Bokungu liegt am Tshiapa-Fluß, der in Mbandaka in den Kongo mündet, etwa auf halben Weg, Luftlinie zwischen Mbandaka und Kisangani, mitten im Regenwald und exakt am Äquator], Bischof von Kilwa-Kasenga in der Provinz Katanga [die Stadt liegt an der Grenze zu Sambia am Mwerusee] http://de.wikipedia.org/wiki/Kilwa_(Stadt) unternommen. Am 11. Dezember seien sie am Sitz der UNO empfangen worden, von John Holmes, dem stellv. UNO-Generalsekretär, hätten aber auch mit Caritas-USA Verhandlungen gehabt. Auch die Ordensschwester Marie-Bertrand Alima sei dabeigewesen, die nationale Sekretärin der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden sei. Die große Zahl der Kriegsopfer im Kongo, so habe sie gesagt, sei eine “vergessene Tragödie”. Sie habe Recht, schreibt Le Potentiel. Die internationale Gemeinschaft habe sich nie wirklich mit dem Drama im Kongo befasst. Man habe auch nicht das Wort “Völkermord” in den Mund genommen. Und dennoch, das, was im Kongo geschehe, sei noch schlimmer, nämlich ein Brandopfer. Ein ehemaliger amerikanischer Beamter habe den Mut gehabt zu sagen, was im Kongo geschehen sei, sei schlimmer als was in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges stattfand. Leider verschließe Europa die Augen davor und zögere, seine militärische Stärke einzusetzen, um die Tragödie zu beenden... Wer habe überhaupt Interesse an einem solchen Drama, fragten sich die Bischöfe. Bedauerlich sei, daß alle diese unglücklichen Ereignisse unter den Augen derer stattfänden, die eigentlich den Auftrag hätten, den Weltfrieden zu wahren und die Zivilbevölkerung zu schützen, nämlich der UNO-Blauhelme. Und die eigene Regierung zeige sich machtlos vor dem Ausmaß der Situation... Die gesamte politische Klasse scheine ihre Verantwortung bei diesem Drama nicht wahrzunehmen, wodurch die Zukunft der Nation aufs Spiel gesetzt werde... Natürlich sei alles ein Wirtschaftskrieg im Interesse der illegalen Ausbeutung der kongolesischen Rohstoffe. Das hätten die katholischen Bischöfe bereits am 13. November betont, auch ihre Sicht zum Plan zur Balkanisierung. Deshalb hätten die beiden Bischöfe auf ihrer Pilgerreise auch den Plan der Abhaltung einer internationalen Konferenz über die Nutzung der natürlichen Rohstoffe des Kongos mit dabei gehabt...
Interview mit Bischof Fridolin Ambongo
Und Bischof Fridolin Ambongo hat Radio France International ein Interview gegeben, welches heute von Le Potentiel wörtlich abgedruckt wird. Überschrift: “Ohne eine internationale Truppe mit abschreckender Wirkung gibt es weitere Dramen im Kongo”. Bischof Fridolin sei Vorsitzender der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der nationalen Bischofskonferenz im Kongo. Er sei von Christophe Boisbouvier befragt worden. Die humanitäre Lage im Osten sei kaum verändert. 250.000 Menschen seien aktuell vertrieben worden, es gebe viele Vergewaltigungen. Auch Massenvergewaltigungen als Kriegswaffe würde eingesetzt, welche den Ehemann demütigten. Unsere Mädchen und Mütter würden der Lächerlichkeit preisgegeben. Wieso geschehe das alles? Vor allem höre man nie, daß gegen die Vergewaltiger Strafen verhängt würden. Darüber seien die Bischöfe entsetzt. Man stelle sich auch die Frage, wieso 17.000 Blauhelme die Bevölkerung nicht schützten. Diese habe das Vertrauen in die MONUC verloren. Manche UNO-Soldaten befolgten nicht einmal die Befehle ihres Kommandanten, sondern hörten auf die Aufträge der Regierungen ihres Landes... In New York sei man sich schon bewußt, daß man die MONUC erneuern und ihr ein robustes Mandat verleihen müsse, auch durch Erhöhung der Zahl der Soldaten. Man habe die Reise unternommen, um im Namen der Bischofskonferenz und des kongolesischen Volkes die sofortige Entsendung einer europäischen oder internationalen Einsatztruppe zu fordern, damit in der Region eine abschreckende Wirkung entstünde. Aber nun habe Nicolas Sarkozy vorigen Freitag gesagt, die Europäer könnten nicht überall sei... Die Bischöfe seien mit der kongolesischen Regierung auch einer Meinung, daß eine internationale Konferenz über die Nutzung der natürlichen Rohstoffe des Kongos nötig sei, weil der Nerv der Krieg damit zusammenhänge. Was die innenpolitischen Probleme angehe, so gebe es gewiß mehr als 1.000 politische Gefangene und die Präsidialgarde sei zweifellos ein Problem. Sie verübe Übergriffe. Auch weitere Sicherheitsdienste würfen Leute unabhängig von Justiz und Verwaltung ins Gefängnis. Er hoffe, der Staatspräsident werde in absehbarer Zeit das Vertrauen zwischen allen Bürgern des Kongos wiederherstellen ...
|
|
Der heutige Kommentar von Le Potentiel hat den Titel: “Der Schrei der Kirche”. Die katholische Kirche, so schreibt das Blatt, breche das Schweigen. Eine Delegation der Bischöfe sei von einem “Kreuzzug der Erklärungen und Sensibilisierung der UNO in New York” zurückgekehrt, unter besonderer Berücksichtigung der Großmächte, welche die Welt regierten... In ihrer Botschaft veruteile die katholische Kirche das Schweigen der internationalen Gemeinschaft vor dem, was sie als “echte humanitäre Tragödie, einen Völkermord, der sich unbemerkt im Osten des Kongos unter den Augen der ganzen Welt” abspiele, bezeichne... Die Bischöfe seien Pragmatiker. Sie appellierten an die Verantwortung der UNO zur Unterstützung des laufenden Dialogs zwischen den kongolesischen Kriegsparteien, doch nicht nur das, sie setzten sich darüberhinaus für einen Dialog zwischen dem Kongo und den Nachbarländern ein, um wieder ein Klima des Vertrauens herzustellen, weil sonst die destabilisierenden Kräfte im Land weder neutralisiert noch kontrolliert werden könnten. Die katholische Kirche habe ihre Enttäuschung zum Ausdruck gebracht und den Schmerz der Kinder Gottes, die im Kongo wohnten. In diesem Sinne seien sie so, wie Christus das empfehle, das Licht der Welt und das Salz der Erde gewessen. Der Schrei der Bischöfe habe Wort für Wort das allgemeine Gefühl der kongolesischen Bevölkerung übersetzt. Dieses fühle sich vernachlässigt, verraten und zwar nicht nur von der internationalen Gemeinschaft, sondern auch von der eigenen Regierung. Die Kongolesen behaupteten, daß die Weltmächte und die eigene Regierung nicht genug getan hätten, um den Bürgern im Osten in ihren Nöten beizustehen. Doch gebe es immer noch den einen oder anderen Hebel, um die festgefahrene Situation zu verbessern. Doch hätten die Bischöfe wegen der Lethargie die Initiative ergriffen und hätten sich in den Elysée von Paris, nach Brüssel, Washington und New York begeben. Sie hätten sich für die Mobilisierung der internationalen Gemeinschaft eingesetzt und für eine militärische Sofortaktion für den Kongo. Mit einem Mut, der schon immer diese Prälaten ausgezeichnet habe, hätten sie auch die eigene Regierung aufgefordert, im Sinne des biblischen Gleichnisses den Balken im eigenen Auge zu sehen, bevor sie den Splitter bei anderen beseitigen wolle und forderten die kongolesischen Behörden auf, das Ende der Schikanen von Polizisten gegen die Bürger der Provinz Equateur zu veranlassen, aus der J.P.Bemba stamme, der unglückliche Herausforderer der Präsidentschaftswahlen von 2006. So könne man kurz sagen, der Schrei der katholischen Kirche des Kongos habe “zwei Achsen”. Auf der einen Seite fordere sie die internationale Gemeinschaft auf, sich ihrer Verantwortung gegenüber dem “stillen Drama”, daß im Kongo seit einem Jahrzehnt stattfinde, zu stellen . Auf der anderen Seite würden sie der Regierung mehr Flexibilität empfehlen, damit die nationale Aussöhnung zu einem Erfolg komme und damit man mit den Nachbarländern in Frieden leben könne, für das “gemeinsame Glück des ganzen Volkes”. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Photo: Kathedrale von Bukavu (Vergrößerung: auf Photo klicken)
Einladung zum Gebetsgottesdienst für den Frieden in Mainz 29.11.08
|
|
Am Samstag, 29. November 2008, von 15.30-16.30 Uhr lud die Pax Christi Kommission "Solidarität für Zentralafrika" zum Gebetsgottesdienst für den Frieden im Kongo nach St. Christoph in Mainz ein. Die Predigt hielt Pfr. Baunacker von der City-Seelsorge und der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der kongolesischen protestantischen Mainzer Gemeinde der ECC unter Leitung von Pfarrer Mokope, den wir auch an dieser Stelle ganz herzlich für ihre eindrucksvollen Beiträge danken. Die Kirche ist in Mainz als "Ruinenkirche" bekannt. Sie war frühgotisch, wurde zwischen 1240 und 1330 erbaut und galt als Taufkirche von Johannes Gutenberg. Sie wurde im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört, nur ein Teil des Chors ist erhalten geblieben und dient heute als Kapelle. Die Ruinenkirche hat eine hohe Symbolkraft für Mainz und ist zentrale Gedenkstätte für die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. An diesem Ort durften wir für den Frieden im Kongo beten. Der "Weltgebetstag für den Frieden im Kongo" geht auf eine Initiative der kongolesischen Bischofskonferenz zurück, die 2005 von pax christi übernommen wurde und seitdem regelmäßig auch in Deutschland zum 1. Advent begangen wird.
Bericht vom Gebetsgottesdienst 2008
Der Gottesdienst wurde von der pax-christi-Kommission "Solidarität mit Zentralafrika" initiiert worden und in Zusammenarbeit mit der Cityseelsorge Mainz sowie dem Referat Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden im Bischöflichen Ordinariat Mainz und mit der kongolesischen protestantischen Gemeinde der EEC durchgeführt. Obwohl der Evang. Pressedienst auf den Gebetsgottesdienst hingewiesen hatte, kamen nicht viele deutsche Besucher, aber eine gute Anzahl von Kongolesen, wie üblich in Deutschland, wenn zum Kongo eine Veranstaltung stattfindet. Wir hatten aber die Freude, daß ein Team vom Südwestfunk, Regionalfernsehen, das erste Adventswochenende mit den aktuellen Flüchtlingsnachrichten aus dem Kongo geeignet fand in den Regionalnachrichten über den Gebetsgottesdienst zu berichten, sodaß ein SWF-Termin den Gottesdienst weitgehend filmte und am Abend in mehreren regionalen Nachrichtensendungen berichtete. Der Film war einige Tage im Internet zu sehen, ist aber inzwischen leider im Archiv des SWF verschwunden. Im Anschluß an den Gottesdienst gingen wir noch durch die weihnachtliche geprägte Innenstadt am Weihnachtsmarkt vorbei zum Erbacher Hof, wo wir noch eine zeitlang bei Kaffee, Tee und Gebäck miteinander sprechen und uns austauschen konnten. In früheren Jahren hat die Kommission diesen Gottesdienst mehrfach in Bonn organisiert, jetzt erstmals in Mainz mit der kongolesischen Diaspora.
Ansprache von H. Rothenpieler beim Weltgebetstag für den Frieden in Kongo in Mainz, 29.11.08
Bei meinem letzten Besuch im Kongo haben mir unsere Pax-Christi-Partner eine Holzfigur überreicht und gesagt, sie wünschten sich zwischen uns in Europa und ihnen in Afrika eine Partnerschaft, wie sie mit dieser Figur von zwei Giraffen sichtbar sei - nämlich eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe. Gleichberechtigung ist ganz wichtig. Das zentrale Problem der Menschen in Zentralafrika besteht darin, daß ihnen fast immer diese Partnerschaft vorenthalten wurde und wird. Zweihundert Jahre lang wurden aus dem Kongo Hunderttausende, ja vielleicht Millionen Menschen entführt und auf den amerikanischen Kontinent als Sklaven verkauft. Als Menschen zweiter oder dritter Klasse. Henry Morton Stanley hat den kongolesischen Königen im 19. Jahrhundert für ein paar Glasperlen zahllose Verträge abgeschwatzt, mit denen der belgische König Leopold II auf der Berliner Konferenz seine „rechtlichen“ Ansprüche auf die Kongo-Kolonie zu beweisen suchte. Als er dann seine „Kongo-Firma“ hatte, wurde dort, zunächst unter Ausschluß der Weltöffentlichkeit ein Terror-Regime eingerichtet und die Kongolesen mußten überall als Zwangsarbeiter Kautschuk abliefern. Am Ende hatte das Land weniger Einwohner als vorher. Die spätere belgische Kolonie gestattete den Kongolesen gerade mal eine Volksschulausbildung. Der erste Premierminister Lumumba und vielleicht 10 oder 15 weitere seiner Minister waren zur Zeit der Unabhängigkeit die einzigen studierten Leute im Kongo. Und diese demokratische Regierung wurde im Auftrag höchster staatlicher Stellen in Belgien und den USA gewaltsam beseitigt und stattdessen der Offizier Mobutu für 30 Jahre als Diktator installiert. Die Auftraggeber des Mordes wurden vor 10 Jahren u.a. von Ludo de Witt identifiziert. Im Jahre 2000 mußte sich der belgische Staat offiziell bei allen Kongolesen für das erlittene Unrecht entschuldigen: Das waren fünf Jahre Kongokrieg von 1961-1965. Ludo de Witt war hier in Mainz auf einem unserer Kongotage [von Dialog International] und hat berichtet, daß Schwarze niemals Zugang zu den Archiven bekommen hätten, wo er das Beweismaterial fand.
Gastfreundschaft der Kongolesen mißbraucht?
|
|
Die Kongolesen haben aus Mitleid 2004 Millionen Flüchtlinge aus Ruanda freundlich aufgenommen und seitdem eine Laus im Pels mit den Hutumilizen, die sie nicht mehr loszuwerden scheinen. Ihr Land war von Ruanda 10 Jahre lang besetzt, angeblich, um diese Hutumilizen zu eliminieren. In Wirklichkeit trieb man mit ihnen Handel und organisierte in „illegalen Netzwerken“ [UNO-Bericht] die Ausplünderung der Rohstoffe des Kongos – bis heute. Und bis heute ist das auch der wahre Hintergrund aller Kriege im Kongo, die Gier nach Gold, Coltan, Zinn und Diamanten, die sich im Ostkongo finden. Und die Menschen? Inzwischen gibt’s kein Land auf der Erde wo mehr Menschen hungern müssen als im Kongo. In einem eigentlich fruchtbaren Land. Die extrem schlechten Straßenverhältnisse verhindern, daß Ernten rechtzeitig auf die Märkte gelangen. Durch den Krieg kann nichts angebaut werden und die Analphabetenrate steigt rapide an und damit geht Wissen verloren für eine ordentliche Feldbestellung – die Böden verarmen, fast überall wird nur noch Maniok angebaut mit allen negativen Folgen von Mangelkrankheiten. Dreiviertel der Bevölkerung des Kongos müssen heute abends hungrig ins Bett gehen, haben kürzlich die Welthungerhilfe und andere internationale Organisationen festgestellt. Jan Egeland, der frühere UNO-Beauftragte für den Kongo, hatte schon seinerzeit, als alle nach Asien blickten, gesagt, über den Kongo gehe alle halbe Jahr ein solcher Tsunami hinweg. Und gerade diese Woche hat er gesagt, das, was derzeit im Kongo geschehe, sei schlimmer als alles, was die Erde derzeit sehe und die Menschheit reagiere darauf gerade mal mit ihrem Schulwissen. Dieser Gebetsgottesdienst für den Frieden im Kongo wurde von der pax christi-Kommission „Solidarität mit Zentralafrika“ organisiert. Die Kommission entstand im Jahre 2000 aus einer Kampagne gegen den Waffenhandel im Kongo. Und die Idee zu solchen regelmäßigen Gebetsgottesdiensten am 1. Adventswochenende hatte die kongolesische Bischofskonferenz. Damaliger Präsident der Bischofskonferenz war Erzbischof Monsengwo, heute Bischof der Hauptstadt Kinshasa und Präsident von Pax Christi International. pax christi hat dies 2005 erstmals aufgegriffen und seitdem organisieren wir auch in Deutschland solche Gebetsgottesdienste. Normalerweise versucht unsere Kommission auch politisch tätig zu sein und Solidarität mit den Menschen im Kongo zu bewirken. Unser Andreas-Schillo-Fonds unterstützt auch eine Schule für Straßenkinder in Bukavu unserer pax-christi-Freunde im Ostkongo (Berichte). pax christi hat aber immer auch einen spirituellen Hintergrund. Heute wollen wir nicht an Politiker appellieren, sondern unter dem Kreuz Christi um das Erbarmen des Herrn von Himmel und Erde für seine Kinder im Kongo bitten. Letztendlich leben wir alle aus diesem Erbarmen. Und wir wissen aus dem Glauben und von vielen Martyrern, daß die Tränen, die unter dem Kreuz Christi vergossen werden, nicht vergeblich sind. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Auf dem Photo: Das Grab eines des ersten Martyrers des ersten Kongokrieges, des Erzbischofs Christophe Munzihirwa, der am 29. Oktober 1996, beim Einmarsch der Ruander in Bukavu sein Leben für seine Diözese dahingab. Im Link unten ein Bericht von seinem Martyrium in der Zeitschrift National Catholic Reporter. (Photo kann durch Anklicken vergrößert werden)
Impressum
Kontaktanschrift und inhaltlich verantwortlich für diesen Bereich der pax christi - website: H.Rothenpieler, Postfach 260124, 40094 Düsseldorf, Tel.+Fax 0211-312608, Email: heinz.rothenpieler(at)l-h-l.org -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Seit 1.11.08 ist Sprecher der Kommission Heinz Rothenpieler, weitere Mitglieder sind Clémentine Nkongolo, Mainz, Maria Beineke-Koch, Paderborn, Joel Sengi, St.Augustin und Dr.Heinz-Werner Weßler, Troisdorf. Seit April 2009 ist Nicole Mokabi, Mainz, Mitglied und seit Juni 2009 Reinhard Voss, Wethen
Zurück zur Eingangsseite