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Zahlreiche Gründe sprechen gegen einen Militärschlag der USA und ihrer willigen Verbündeten gegen das Assad-Regime in Syrien
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Zahlreiche Gründe sprechen gegen einen Militärschlag der USA und ihrer willigen Verbündeten gegen das Assad-Regime in Syrien.
Die wichtigsten:
1. Die Giftgasangriffe sind noch nicht bewiesen; die Fachleute der UNO haben eben erst ihre Arbeit aufgenommen. Jetzt zuzuschlagen würde die Vereinten Nationen missachten.
2. Selbst wenn die Erkenntnisse über einen Einsatz von Chemiewaffen vorliegen, sind die dafür Verantwortlichen noch nicht eindeutig ermittelt.
3. Es wäre nicht das erste Mal, dass mit vorgetäuschten Beweisen ein Militärschlag gerechtfertigt wird.
4. Wenn die Täter eines Verbrechens mit Giftgas ermittelt sind, müssen sie zur Rechenschaft gezogen werden, aber nicht durch Luftangriffe, sondern von einem internationalen Gerichtshof.
5. Luftangriffe als „Vergeltung“ oder „Strafaktion“ sind aus ethischen Gründen abzulehnen; keine Macht der Welt darf sich zum Polizisten, Richter und Urteilsvollstrecker zugleich aufschwingen.
6. So gezielt die Raketenangriffe auch geplant sein mögen, die Folgen lassen sich nicht abschätzen und begrenzen; sog. Kollateralschäden können viele zivile Opfer fordern.
7. Jeder Angriff führt zu Gegenreaktionen; eine Eskalation der Gewalt im Nahen Osten ist zu befürchten.
8. Spannungen zwischen Russland und den westlichen Staaten würden sich steigern; das Verhältnis zu Russland ist aber für die globale Sicherheit von großer Bedeutung.
9. Auch mit dem Iran, der nach der Ablösung Ahmadinedschads erstmals wieder gemäßigte Töne Richtung Westen aussandte, würden sich die Konflikte erneut verschärfen.
10. Die USA und ihre Verbündeten würden zur Partei in einem Bürgerkrieg, in dem keine Seite uneingeschränkte Solidarität verdient.
11. Die Ursache des Bürgerkriegs in Syrien wird jedoch durch ein militärisches Eingreifen von außen in keiner Weise aus der Welt geschafft.
12. Es gibt keine Alternative zu einer breiten politischen Offensive mit dem Ziel, alle an den gewalttätigen Auseinandersetzungen direkt und indirekt Beteiligten an einen Tisch zu bringen und über eine friedliche Zukunft der gesamten Nahostregion zu verhandeln.
Die Friedensbewegung hat dazu einen unverzichtbaren Zwischenschritt genannt: den Stopp aller Waffenlieferungen in die Krisenregion!
Veronika Hüning
Geistliche Beirätin von pax christi im Bistum Münster