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Kurzmeldung

Erklärung des Bischofs von Fulda und Präsident von pax christi Deutschland

Tötung und Verwundung deutscher und amerikanischer Soldaten in Afghanistan

Es belastet, wenn von verantwortlichen Politikern immer dann „Bestürzung“ und „Traurigkeit“ ausgedrückt werden, wenn, wie jetzt wieder, deutsche Soldaten im Afghanistan-Krieg fallen oder verwundet werden. So letzten Samstag im Rahmen eines Taliban-Angriffs in der nördlichen Provinz Baghlan.

Dabei müsste die grundsätzliche Frage nach Sinn und Ziel dieses Krieges gestellt und mit dem Ernst debattiert werden, der dieser tragischen Verstrickung angemessen ist. Bis heute nämlich haben wir unseren Vorstellungen vom Frieden und unserem Wertegefüge in Afghanistan nicht zum Durchbruch verhelfen können. Je mehr sich die ausländischen Truppen aus Afghanistan zurückziehen werden, umso stärker treten dort die alten „Traditionslinien“ wieder hervor, so berichtete vor kurzem die „Neue Zürcher Zeitung“. Und sie hat Recht.

Zum bevorstehenden Abzug auf Raten gehört indes auch die Bereitschaft, die Afghanen einen eigenen Weg gehen zu lassen, denn am Ende sind sie es, die miteinander leben müssen. Nicht Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind realistische Ziele für die Zukunft des Landes. Es würde genügen, wenn Afghanistan keine Brutstätte des internationalen Terrorismus wäre und im Land ein halbwegs stabiles ethnisches Gleichgewicht herrschte. Nach all den Anstrengungen der Nato seit 2001, angesichts von fast 3.000 gefallenen Soldaten und Abermilliarden an finanziellen Hilfen und Kriegskosten scheint dies eine sehr bescheidene Erwartung zu sein.

Für Afghanistan allerdings wäre es ein großer Schritt und vielleicht die Chance, nach Abzug der ausländischen Truppen nicht wieder in Elend und Chaos zu fallen.

+ Heinz Josef Algermissen Bischof von Fulda Präsident von pax christi Deutschland