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Kurzmeldung

Ende der Gewalt in Mexico gefordert

Das von der deutschen Sektion von pax christi mitgetragene Netzwerk SERPAJ (Servicio Pax y Justicia) ruft zum Ende der Gewalt in Mexico auf. Die pax christi-Kommission "Solidartätsfonds Eine Welt" hat sich auf der letzten Sitzung u.a. auch mit der Menschenrechtssituation in Mexico beschäftigt und unterstützt diese Forderung.

Der Bericht von SERPAJ beschreibt die Umstände der Migration und ein bislang in diesem Umfang undokumentiertes Ausmaß von Gewaltverbrechen gegenüber den lateinamerikanischen Migranten in Mexico. Ein Hintergrundbericht aus der NZZ gibt weitere Erläuterungen hierzu.

Der "amerikanische Traum" und das böse Erwachen !

(gekürztes Bulletin von Gustavo Enrique Cabrera / SERPAJ)

Der kaltblütige Mord Ende August von 72 Migranten im Grenzgebiet zwischen Mexico und USA durch Terrorbanden der Drogen-Mafia war im Grunde keine Überraschung, abgesehen von der großen Anzahl der Getöteten. Er reiht sich in den Komplex der täglichen Tragödien ein, mit denen sich die Allerärmsten und Ausgegrenzten in den Entwicklungsländern konfrontiert sehen, und zwar als Folge der herrschenden Ungleichheit und Ungerechtigkeit der Gesellschaft auf unserem Planeten.

Hintergründe: die Entführung von Migranten aus Lateinamerika, die in die USA streben, überschritt in den ersten 6 Monaten bereits die Zahl von 10.000. Während ihrer entbehrungsreichen langen Reise quer durch Mexico (ca.2500 km) sind die Migrant/innen ständigem Raub ihrer wenigen Habe, Entführung und Rekrutierung durch Banden des "organisierten Verbrechens" ausgesetzt. Drogen-Mafia und Schleuserbanden sind bewaffnete, finanziell bestens strukturierte, gewissenlose Organisationen. Ihre Gewinne in Millionenhöhe bedeuten häufig für einige Staaten die wichtigste Einnahmequelle und dienen nicht selten zum Ausgleich des jeweiligen Staatshaushalts! Menschenrechtsorganisationen verweisen seit langem auf die Untätigkeit der mexikanischen Regierung auch bei der sich zuspitzenden Situation, die in diesem Falle mit einem furchtbaren Mord endete.
Andererseits reißt der Migrationsfluss nicht ab trotz Verfolgung und Kriminalisierung dieser Menschen in den USA und Europa. Familien und zum Teil komplette Dorfgemeinschaften verlassen in ihrer Not ihre Heimat in Lateinamerika und anderswo, immer mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Angelockt von der Illusion des "amerikanischen Traums", der ihnen durch die Machenschaften der herrschenden Klasse die Erfüllung weiterer Wünsche vorgaukelt, denn ihre billige Arbeitskraft bedeutet für diese Leute einen wichtigen Wirtschaftsfaktor, sieht die Realität am Ende ihrer Reise meist trostlos aus, ganz zu schweigen von den Gefahren unterwegs und den massiven Menschenrechtsverletzungen, denen sie ständig ausgeliefert sind. Deshalb liegt es in der Verantwortung eines jeden, diese Zusammenhänge öffentlich zu machen und die ungerechten Strukturen zu überdenken – auch bei uns - und daran mitzuwirken, dass Menschen in ihrer Heimat wieder ein gerechtes Auskommen haben, und frei entscheiden können, damit dieser menschenunwürdige Migrationsprozess zurückgedreht werden kann.

Unser Planet mit der Fülle seiner Ressourcen, ist für alle Menschen geschaffen - "eine andere Welt ist möglich."