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Trauer um Floribert Chebeya
Einer der prominentesten Menschenrechtsverteidiger in der DR Kongo wurde am heutigen Mittwoch im Ortsteil Matadi am Rande von Kinshasa in seinem Auto ermordet aufgefunden
Floribert war ein alter Bekannter von pax christi, sowohl in der deutschen Sektion als auch bei Pax Christi International. Mehrfach war er zu Besuch, mehrfach hat die Kommission “Solidarität mit Zentralafrika” gegen seine Verhaftung protestiert.
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Der 47-jährige Floribert Chebeya war seit zwei Jahrzehnten als Vorsitzender der Nichtregierungsorganisation “Stimme der Stimmlosen” (Voix des Sans Voix) rastlos für den Schutz der Menschenrechte aktiv. Mehrfach wurde er verhaftet, gefoltert und erst auf internationalen Druck hin freigelassen, so zuletzt im März 2009.
Zuletzt habe ich ihn im März diesen Jahres in seinem Büro in Kinshasa getroffen, wo er unserer kleinen Delegation aus dem Ökumenischen Netz Zentralafrika stolz die zukünftigen erweiterten Büroräume seiner Organisation vorführte. Dass Floribert Feinde hatte, die ihm nach dem Leben trachteten, wussten wir. Im März haben wir in Gesprächen mit Vertretern von Armee und Polizei ungeheuerliche Wut auf Menschenrechtsorganisationen im allgemeinen und auf Floribert im besonderen herausgehört, die uns deutlich machten, dass sich das Klima für Menschenrechtsverteidiger verschlechtert.
Noch ist über die Täter nichts bekannt. Am 1. Juni wollte sich Floribert mit Général Numbi treffen, den Generalinspektor der kongolesischen Polizei. Telefonisch hat Floribert seiner Frau mitgeteilt, dass das Treffen nicht zustande gekommen ist. Danach blieb unser Freund verschollen. Nun stellt sich heraus, dass Floribert selbst auf verbrecherische Weise stimmlos gemacht worden ist. Schlimmer noch: Der Kongo hat eine Stimme seines Gewissens verloren.
Er möge ruhen in Frieden.
Heinz Werner Wessler, für die Kommission “Solidarität mit Zentralafrika”