Grußwort
pax christi
Orte des Gedenkens...
News&Infos
Erinnern für die Gegenwart
Friedensdienste
Nahost
Friedensbildung
Nord / Süd
Globalisierung
Friedenspolitik
60 Jahre pax christi
Zeitschrift
Bestellen
Intern
Zusammenleben der Religionen im Irak ist möglich
Erste Eindrücke der pax christi-Generalsekretärin von PCI-Solidaritätsreise in den Irak
Die Situation der Christ/innen im Irak kann durch stärkere internationale Hilfe beim Wiederaufbau des Landes und durch politische Unterstützung der freiheitlichen Kräfte unterstützt werden. So ein erstes Resümee der pax christi-Generalsekretärin, Christine Hoffmann, die sich vom 10.-17. September an einer Delegationsreise von Pax Christi International in den Irak beteiligte. Meine Begegnungen mit Christ/innen im Irak waren Ermutigung und Handlungsaufforderung zugleich. So lebendige christliche Gemeinden, Jugendchöre und vollen Kirchen hatte ich nicht erwartet. Unisono war von Bischöfen, aus NGO´s und der Politik die Aufforderung nach mehr direktem Kontakt und weniger Glauben an das im Westen über den Irak verbreitete Zerrbild zu hören. Vehement wurde die Einlösung der Verantwortung der internationalen Gemeinschaft für den Wiederaufbau des Irak angefragt.
Interreligiöser Dialog und Bildung stehen im Mittelpunkt der christlichen Gemeinwesenarbeit im Irak. Beispielhaft sind die Kontaktarbeit des Chaldäischen Bischofs von Kirkuk, einem der umkämpften Gebiete im Nordirak, zu schiitischen und sunnitischen religiösen Repräsentanten. In Dohuk im Norden Kurdistans beeindruckt eine internationale, koedukative Schule der Chaldäischen Kirche in der muslimische, christliche, yezidische und turkmenische Kinder neben dem Schulwissen auch die Grundlagen friedlichen Miteinanders lernen. In Qaraqosh kontrastiert das Engagement der dortigen Dominikanerinnen für Friedenserziehung an Grundschulen und in Kindergärten die prekäre Sicherheitslage.
pax christi wird sich zukünftig für realitätsnähere Informationen über die Situation im Irak und über seine Minderheiten einsetzen und die Arbeit der irakischen Kirchen für Frieden und Versöhnung unterstützen. Konkrete Pläne beziehen sich auf Partnerschaften zu irakischen Gruppen und den Austausch über Versöhnungsarbeit und gewaltfreie Konfliktlösung mit interessierten Gruppen und NGO´s im Irak.
Die internationale Pax Christi Delegation in den Irak und wurde herzlich willkommen geheißen und großzügig unterstützt durch den Patriarchen Kardinal Emanuel Delly, durch Bischof Rabban Al-Kass, den Chaldäischen Bischof von Amadya-Shamkan und Erbil, durch Bischof Louis Sako, den Chaldäischen Bischof von Kirkuk, durch Bischof Georges Casmoussa, den Assyrischen Bischof von Mosul und Qaraqosh, durch Father Nageeb Mikhail, OP, durch das Chaldäische Seminar in Erbil und viele andere religiöse Führer und Repräsentanten zivilgesellschaftlicher Gruppen im Norden Iraks.
Die Delegation bestand aus der Internationalen Co-Präsidentin, Marie Dennis; Bischof Thomas Gumbleton, Pax Christi USA; Christine Hoffmann, Generalsekretärin von Pax Christi Deutschland; Wiltrud Rösch-Metzler, Sprecherin der Nahost-Kommission von Pax Christi Deutschland; Don Renato Sacco, Pax Christi Italien; Bischof Marc Stenger, Präsident von Pax Christi Frankreich; und Katrien Hertog, Pax Christi International Mitarbeiterin in Brüssel.
Die Delegation besuchte die Bezirke Kirkuk, Mosul, Erbil und Dohuk. Ein geplanter Besuch in Bagdad konnte nicht realisiert werden.