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Mit Hamas und Hisbollah reden

Wiltrud Rösch-Metzler, die Sprecherin der pax christi Nahostkommission, nahm am Pax Christi international Libanon-Seminar teil

Während der Westen es weiter ablehnt mit Hisbollah und Hamas zu reden, entstehen neue islamistische Gruppen im Nahen Osten. Mit dieser Entwicklung beschäftigte sich im März im Libanon ein pax christi Seminar „Verhütung von und Umgang mit Radikalisierung“, an der mit Pax Christi International verbundene Gruppen im Nahen Osten und aus der EU teilnahmen.

Bis heute habe der Westen nicht verstanden, was sich hinter der islamischen Revolution im Iran verbirgt, nämlich die leidenschaftliche Weigerung, die Welt nach dem Verständnis des Westens zu betrachten, wo alles Marktgesichtspunkten untergeordnet ist, betonte der ehemalige Solana-Berater Alastair Crooke in seinem Vortrag über die Gründe von Radikalisierung: „Diese Reise, ein neues Selbst zu finden, hat gerade erst angefangen.“ Crooke wies auf die Begeisterung der jungen Menschen in Hisbollah und Hamas hin, Gesellschaft kollektiv zu gestalten. Studien über Radikalisierung im Nahen Osten würden normalerweise aus einer westlichen Perspektive heraus gemacht, erläuterte der Beiruter Politikprofessor Ahmad Moussalla. Eine Verlagerung des Zentrums bringt eine neue Perspektive, etwa bei der Beurteilung der Hisbollah: „Ist die Hisbollah eine Terrororganisation oder eine Befreiungsbewegung?“ Aus Sicht Israels ist sie eine Terrororganisation, aus dem Blickwinkel der besetzten arabischen Welt keine. Mit Hamas und Hisbollah reden, trägt nach Ansicht der Seminar-Teilnehmenden, darunter die Sprecherin der pax christi Nahostkommission der deutschen Sektion, dazu bei, Radikalisierung zu überwinden.