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pax christi fordert Engagement der UN in Sri Lanka
Rechtliche Gleichstellung der Tamilen steht noch aus !
Pressemitteilung der Generalsekretärin von pax christi
Mit dem von Präsident Mahinda Rajapakse erwartungsgemäß zum
Nationalfeiertag angekündigten „Endsieg“ über die LTTE ist die Lösung des
Grundkonflikts in Sri Lanka keinen Schritt näher gekommen. pax christi fordert
beide Seiten zum sofortigenWaffenstillstand auf. Die rein militärische Antwort auf
einen im Kern politischen Konflikt hat nicht nur unzählige Opfer unter der
Zivilbevölkerung gefordert, sondern das Misstrauen der tamilischen Minderheit
gegenüber der Regierung weiter vergrößert. In den so genannten „befreiten
Gebieten" trat die Armee bisher wie eine Besatzungsmacht auf. Zahlreiche
Menschenrechtsverletzungen, an denen Sicherheitsorgane beteiligt waren oder
gegen die sie nicht einschritten, sind dokumentiert.
„Erste Priorität muss nun die Hilfe für die aus ihren Ortschaften vertriebenen
Menschen haben, von denen bis zu 300.000 unter erbärmlichsten Bedingungen
in derWanni-Region leben“, betont Christine Hoffmann, Generalsekretärin der
deutschen Sektion heute in Berlin. „Die Regierung Sri Lankas muss allen
Betroffenen eine Rückkehr ermöglichen, ohne sie mit Repressionen zu bedrohen.
Auch die Arbeit der im September 2008 aus dem Land gewiesenen
internationalen Hilfsorganisationen muss ohne Einschränkung sofort wieder
zugelassen werden, um schnelle und effektive Hilfsmaßnahmen zu
gewährleisten“, so Hoffmann.
Auch Medienvertretern ist umgehend wieder ein ungehinderter Zugang zu allen
Regionen zu gewähren. pax christi verurteilt die Einschüchterungsmaßnahmen
gegen Journalisten in den vergangenen Monaten und die Ermordungen, die
bisher nicht aufgeklärt wurden. Dass die Regierung jetzt ausländischen
Diplomaten mit der Ausweisung droht, weil sie sich kritisch zum Vorgehen der
Armee geäußert haben, zeigt ihre mangelnde Bereitschaft, sich an international
geltende Spielregeln zu halten. Deutlich wird hier auch, wie bedroht die
Demokratie in Sri Lanka insgesamt ist, wenn Grundrechte wie die
Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt sind.
An die Bundesregierung appelliert pax christi, den Konflikt in Sri Lanka im UNSicherheitsrat
auf die Tagesordnung zu setzen. „Es wäre notwendig“, betont die
Generalsekretärin, „den Norden und Nordosten des Landes vorübergehend unter
UN-Kontrolle zu stellen, um den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten.
Eine dauerhafte Lösung kann nur auf der Basis der gleichberechtigten Teilhabe
der tamilischen Minderheit auf allen politischen Ebenen erfolgen und einer
Gleichbehandlung aller Bürger Sri Lankas. Dazu müssen die Voraussetzungen
erst noch geschaffen werden.“
pax christi ist eine internationale katholische Friedensbewegung. Seit vielen
Jahren unterhält die Bistumsstelle Berlin Kontakte zu Partnern vor allem in
Jaffna. Das dortige Friedenszentrum, aufgebaut mit Mitteln des Zivilen
Friedensdienstes, engagiert sich für Versöhnung und Menschenrechtsschutz.