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50 Jahre Ostermärsche 2008: Dem Frieden eine Chance!

Über 60 Aktionen der Friedensbewegung gegen Kriegseinsätze und Atomwaffen - Petition zu Afghanistan – Alternative Option für Zivile Konfliktbearbeitung

Im KNA-Interview vor Ostern betonte pax christi-Generalsekretär Dr. Reinhard J. Voß: “Die Entwicklung in Afghanistan zeigt uns gerade wieder einmal, wie schnell Schutz und Aufbau umschlagen können in Kampf und Krieg. Deshalb wenden wir uns eindeutig gegen die Militarisierung von Außenpolitik. (…) Es braucht Verständigung, Training gewaltfreier Kommunikation, zivile Austragungsformen von Konflikten. Nur so kommen wir dem Frieden, dem Weltfrieden wirklich näher.“ Afghanistan und Zivile Konfliktbearbeitung sind wesentliche Schwerpunkte der diesjährigen Ostermärsche.

Zu den Ostermärschen 2008 wird eine neue Petition der Friedensbewegung an den Bundestag gestartet, mit der die öffentliche Diskussion gefördert und die Abgeordneten zu einer Ablehnung der im Herbst erwarteten neue Abstimmung über eine Verlängerung der deutschen Kriegsbeteiligung bewegt werden sollen.


Der Text der gemeinsamen Petition:

Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!

Ein "Krieg gegen Terror" kann militärisch nicht gewonnen werden, da er selbst immer wieder neue Gewalt hervorruft. Der Abzug der Besatzungstruppen schafft Voraussetzungen für die Einstellung aller Kampfhandlungen und für eine zivile Entwicklung. Wir fordern die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf: Stimmen Sie keiner weiteren Verlängerung oder Erweiterung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan zu!

Online können Sie diese Petition unterzeichnen und Listen zum Ausdrucken und Selbstsammeln finden. Die Petition soll den Abgeordneten dann im September, vor der Abstimmung über den weiteren Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan, übergeben werden. Die 48.000 Unterschriften im vergangenen Jahr sollen weit übertroffen werden!


Presseerklärung des Netzwerks Friedenskooperative „50 Jahre Ostermärsche“ am 7.3.2008:

Aktionen gegen Kriegseinsätze und Atomwaffen

Friedensgruppen propagieren Alternativen für Zivile Konfliktbearbeitung

Die Ostermärsche der Friedensbewegung wenden sich gegen den Militäreinsatz in Afghanistan sowie den inzwischen fünfjährigen Krieg im Irak und fordern eine Wende in der Nahost-Politik für eine Friedenslösung zwischen Palästinensern und Israelis.

Das Netzwerk Friedenskooperative erinnert an die nunmehr 50jährige Geschichte der Ostermarsch-Aktionen, die im April 1958 mit dem von Bertrand Russell inspirierten Marsch der englischen Atomwaffengegner von London zum Atomwaffenlaboratorium Aldermaston begann und bald von deutschen pazifistischen Gruppen übernommen wurde. Die damals völlig neue ungewöhnliche Aktionsform führte in der Bundesrepublik zur ersten "neuen sozialen Bewegung" und außerparlamentarischen Opposition und ist bis heute lebendige Tradition für viele der aktiven Friedensinitiativen - seit den neunziger Jahren gerade auch in den neuen Bundesländern.

Auch in diesem Jahr spielt das ursprüngliche Thema "Atomwaffen" eine große Rolle. Die Gruppen der Friedensbewegung fordern die vollständige Abrüstung der Atomwaffen durch eine Nuklearwaffenkonvention in Anlehnung an das Verbot von B- und C- Waffen. In Deutschland soll das letzte Atomwaffenlager im Fliegerhorst Büchel geschlossen und die "nukleare Teilhabe" der Bundesrepublik beendet werden.

Die mehr als 60 Ostermärsche von Friedensgruppen wenden sich gegen Kriegsbeteiligung und z.B. auch gegen die geplante Erweiterung des Afghanistan-Einsatzes durch die Aufstellung einer deutschen "Quick Reaction Force" im Norden des Landes. Zu Ostern starten viele Friedensorganisationen gemeinsam eine erneute Unterschriftensammlung für eine Petition an den Bundestag, den Bundeswehreinsatz zu beenden.

Zum kurdischen Newroz-Fest am 20./21. März mahnen Friedensgruppen und kurdische Organisationen nach dem (vorläufigen) Ende des türkischen Einmarsches im Nordirak auch dringend eine politische Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts an.

Alternativen zum Krieg sind möglich!

Sowohl für Irak und Afghanistan als auch beim Schlüsselkonflikt Israel/Palästina wie dem insgesamt verfehlten und gescheiterten Konzept des "Kriegs gegen den Terror" verweisen die Organisationen der Friedensbewegung aber auch auf umfangreiche Alternativ- Vorschläge für Zivile Konfliktbearbeitung, die aus der militärischen Sackgasse immer weiterer Eskalation hinausführen könnten.

Zu Afghanistan gibt es eine intensive auf verschiedenen Konferenzen vorangebrachte Debatte zu Friedenslösungen. Zum Irankonflikt, dem türkisch-kurdischen Konflikt und zum Konflikt Israel/Palästina hat die Dachorganisation "Kooperation für den Frieden" umfangreiche Dossiers mit alternativen Lösungsvorschlägen herausgegeben.

Dabei führt jeweils kein Weg an der konstruktiven Einbindung aller Konfliktparteien in einen Dialog vorbei. Das Netzwerk Friedenskooperative fordert dies gerade auch angesichts des jüngsten Anschlags gegen eine Religionsschule in Jerusalem. Die Abriegelung des Westjordanlandes drohe eher eine weitere Eskalation zu provozieren.

Die Friedenskooperative erinnert auch an die katastrophale Lage der im Gazastreifen gefangenen Menschen: "Ohne eine Einbeziehung der Hamas und Ermöglichung eines erträglichen Lebens auch in von ihr dominierten Gebieten gibt es keinen Weg aus der Spirale der Gewalt".

Friedensorganisationen befürworten seit langem eine Konferenz für Frieden im Nahen und Mittleren Osten, in der die miteinander verschränkten Konflikte in der Gesamtregion behandelt werden. Dabei müssten u.a. auch "die Schurken" Hamas, Hisbollah, Syrien und Iran eingebunden sein.

Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative