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Pax Christi International (PCI) ist eine spirituell-politische Kraft.
Rückblick auf die Weltversammlung von Pax Christi International in Belgien
Ist PCI nun eine weltweite Familie, eine Friedensbewegung, eine geistliche oder eine politische Bewegung für Gerechtigkeit, Frieden, Menschenrechte und Bewahrung der Schöpfung? Eigentlich alles zugleich. Diesen Eindruck vermittelte die einwöchige Begegnung von über 120 Menschen aus 47 Ländern in Torhout / Brügge, die dort zusammen arbeiteten, feierten, beteten und politische Zeichen setzten.
Sie erlebten den vielfachen Amtswechsel im Internationalen Präsidium (3 neue Mitglieder), in der Präsidentschaft von Patriarch Michel Sabbah (Jerusalem) zu Erzbischof Laurent Monsengwo (Kisangani, DR Kongo) und Marie Dennis (Washington) als Ko-Präsidenten, in der Vizepräsidentschaft und im Amt des Generalsekretärs (von Etienne de Jonghe zu Claudette Werleigh.
Es war eine arbeitsreiche, feierliche und eindringliche Versammlung:
Arbeitsreich war die Diskussion des Orientierungsrahmens und der politischen Beschlüsse zu Irak, Burma, Ruanda, Costa Rica, KDV, Umwelt, „wirtschaftlicher Gewalt“ und den Rechten der Ureinwohner weltweit.
Feierlich war die Verabschiedung und Begrüßung aller AmtsträgerInnen, besonders die berührende Abschiedsfeier von Etienne de Jonghe und seiner Frau Magda van Damme nach 29 Jahren im Dienst der Bewegung, aber auch durch Gottesdienste und Konzerte sowie durch kreative Begegnungsabende.
Eindringlich war die Weltversammlung durch die Besuche der Schlachtfelder des 1. Weltkrieges und die dadurch ausgelöste gemeinsame Entschiedenheit im weltweit vernetzten Einsatz für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Frieden.
Hier nun die Kernpunkte des neuen Orientierungsrahmen („Framework“) für die globale Pax Christi-Bewegung in den nächsten drei Jahren:
Unsere VISION:
Die Arbeit von PCI gründet im Evangelium und ist vom Glauben inspiriert. PCI glaubt, dass Friede möglich ist und der Teufelskreis der Gewalt und Ungerechtigkeit zerbrochen werden kann. Unsere Vision ist eine Welt, in der Menschen in Frieden leben können, ohne Angst vor Gewalt in all ihren Formen.
Unsere MISSION:
Als glaubensbasiertes Netzwerk sucht PCI eine Welt zu verändern, die durchgeschüttelt ist von Gewalt, Terrorismus, zunehmender Ungleichheit und globaler Unsicherheit. PCI arbeitet daran, eine Kultur des Friedens zu schaffen und glaubt, dass Religion eine unzweideutige Kraft für Frieden und soziale Gerechtigkeit sein sollte. PCI ist der Gewaltfreiheit verpflichtet und setzt sich ein für Entmilitarisierung und Abrüstung, menschliche Sicherheit, Menschenrechte und die Herrschaft des Rechts als Basis friedfertiger Gesellschaften. Als Bewegung und globales Netzwerk bringt PCI Menschen aus ganz verschiedenen Hintergründen und Kulturen zusammen, indem diese (ihr Leben und die Gesellschaft) gestalten und handeln aufgrund ihrer gemeinsamen Vision von Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit für alle.
Unsere 5 Schwerpunkte:
1. Menschenrechte (MR), die Herrschaft des Rechts und gewalttätige Konflikte
Verletzung von MR und Kampagne gegen Straflosigkeit; Todesstrafe; Migration, Flüchtlinge, Heimatlose, Asylsuchende und gewalttätige Konflikte; Rassismus; Diskriminierung von ethnischen Minderheiten und Urbevölkerung; Kriegsdienstverweigerung aus Gewissengründen; Gute Regierungsführung und Staatszerfall
2. menschliche Sicherheit und Gewalt
Ökologische und ökonomische Faktoren gewalttätiger Konflikte, wie Land, Wasser, Rohstoffraub; Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und Armutsreduzierung; Wirtschaftsethik und gewalttätige Konflikte; Sicherheit und Entwicklung
3. Abrüstung und Entmilitarisierung
Verteidigungspolitik; Massenvernichtungswaffen; Antipersonen-Minen und Streumunition; Waffenhandel und Konversion von Waffenindustrien; Kleinwaffen und Leichte Waffen; Sicherheit und Entwicklung
4. Gerechte Weltordnung
Internationale Kooperation, Multilateralismus und Völkerrecht; Verbreitung globaler militärischer, wirtschaftlicher und kultureller Vorherrschaft; Terrorismus
5. Religion und gewalttätige Konflikte
Unsere 8 Strategien:
1. Konflikt-Transformation
Frühwarnung, Konfliktprävention und lösung; Kindersoldaten; Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf Frauen; „DDR“ engl. Abkürzung für „Demobilisierung, Entwaffnung und Reintegration“ früherer Kämpfer; Sicherheitssektor-Reform
2. Friedens-Aufbau
Versöhnungsprozesse; Wahrheitskommissionen; Frauen als Friedensmacherinnen; Friedenstraining
3. Friedenserziehung und Jugendarbeit
Friedenserziehung, Jugend und Dialog der Generationen zum Frieden; Friedenswochen; Friedens- und Freiwilligendienste
4. Gewaltfreier gesellschaftlicher Wandel
5. Interreligiöse und interkulturelle Kooperation für den Frieden
6. Entwicklung von Friedens-Spiritualität und -Theologie
7. Lobbyarbeit (Advocacy) und Kampagnen
8. Vernetzung
Zusammenstellung: Reinhard J. Voß