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EEA3 - Der Freitag als Kulminationspunkt der Europaeischen Oekumenischen Verammlung in Sibiu

Die Delegierten mucken auf

An diesem Freitag, der der "konziliaren Trias" Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schoepfung gewidmet war, wurde der Vormittag zu einem Kulminationspunkt im doppelten Sinne. Der Vortrag von Andrea Ricardi (Jg. 1950), dem Gruender der roemischen Gemeinschaft St. Egidio, war ein Hoehepunkt im bisherigen Verlauf der Versammlung. In eindringlichen Worten beschrieb er auf dem Hintergrund der sozialen und friedenspolitischen Arbeit seiner Gemeinschaft die Aufgabe Europas, die eigene Erfahrung von Versoehnung und Frieden nach schrecklichen Kriegszeiten weltweit zum Vorbild zu machen und ausserhalb zu vermitteln. Zugleich machte sich Protest bemerkbar gegen zu wenig Beteiligung der Delegierten.

Der Vortrag Ricardis ist wie alle anderen mit einem Tag Verzoegerung auf der homepage der Versammlung zu finden: www.eea3.org

Die Jugenddelegierten schlugen ein eigenes Extra-Forum am Nachmittag zusaetzlich zu den Foren Gerechtigkeit, Frieden und Schoepfung vor, das offiziell einberufen wurde und etwa 100 Teilnehmende hatte. Dabei wurde nachgedacht ueber die Methoden und mangelnden Beteiligungsmoeglichkeiten der "Delegierten" in Sibiu und der Vergleich mit den ersten beiden Versammlungen in Basel 1989 und Graz 1997 angestellt. Sie werden ihre Forderungen nach mehr Partizipation am Samstag einbringen. Sie hatten auch im Plenum die Moeglichkeit, ihr vorbereitetes Positionspapier vorzulesen, das mit grossem Beifall bedacht wurde und sehr konkret zu folgenden Bereichen Stellung bezog: Einheit, Spiritualitaet, Zeugnis, Europa, Migration, Religionen, Schoepfung, Frieden und Gerechtigkeit. Zu "Frieden" wird dort neben dem persoenlichen Bemuehen um Frieden politisch der Waffenexport verurteilt und eine Europaeische Friedenagentur gefordert.

Diese letzte Forderung wird wohl auch in die Abschlusserklaerung aufgenommen, ebenso wie der aus der Orthodoxie kommende Vorschlag eines Tages fuer Gerechtigkeit, Frieden und Schoepfung, der am 1.9. jeden Jahres oder am Sonntag danach in allen europaeischen Kirchen begangen werden sollte. Ansonsten gab es viel Protest, ja sogar Erschuetterung, bei den Delegierten, ueber die theologisch sehr allgemeine und letztlch unverbindliche Erklaerung, wie sie im Entwurf am Mittag im Plenum - zudem verspaetet schriftlich verteilt - vorgestellt wurde. Es bildete sich erstmals eine lange spontane Schlange vor dem Saalmikrofon mit Anregungen und Protesten vieler Delegierter, die eine voellige Ueberarbeitung bis Samstag noetig machen, will man nicht einen Eklat provozieren.