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Kurzmeldung

Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen ist im US-amerikanischen Militärrecht nicht vorgesehen

„Je mehr Zeit ich im Irak verbrachte, umso klarer wurde mir, daß alle Kriege falsch sind. Wie kann ich ein Ausführer, Vorbereiter oder Ermöglicher dieser Operationen sein? Ich kann es nicht und werde es nicht sein…“ (Agustin Aguayo)

Seit Mittwoch vergangener Woche ist Agustin Aguayo frei. Der US-amerikanische Soldat hatte nach einem einjährigen Einsatz im Irak fast 3 Jahre lang vergeblich versucht, als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen anerkannt zu werden. Als seine Einheit im Anfang September vergangenen Jahres wieder in den Irak verlegt werden sollte, sprang er, als ihn ein Vorgesetzter dazu in Schweinfurt von zu Hause abholen sollte, aus dem Fenster und floh, stellte sich aber Ende September der Militärpolizei. Am am 6. März wurde er in Würzburg wegen Desertion zu 8 Monaten Gefängnis und zur uneherenhaften Entlassung aus der amerikanischen Armee verurteilt. Die pax christi-Bistumsstelle Würzburg hatte an einer Mahnwache vor der Kaserne, in der der Prozess stattfand, teilgenommen (siehe Foto), eine Prozessbeobachterin gestellt, und während des Prozesses und in den Tagen darauf Angehörige der Familie Agyayo und Abgeordnete von amerikanischen Friedensgruppen menschlich betreut.

Außerdem hat sie ihre Beobachtungen sowie die Adressen von Organisationen, die amerikanischen Soldaten helfen aus der Armee herauszukommen, an Pax Christi Italien und an Bischof Louis Sako der chaldäischen Kirche im Irak weitergegeben. (Barbara Häußler)

Der aktuelle Stand ist nun, dass Agustin Aguayo zwar aus dem Gefängnis frei ist, aber noch nicht aus der Armee entlassen wurde. Es droht ihm immer noch eine Entsendung in den Irak. Die Anklage wird in Berufung gehen, Agustin Aguayo kann also immer noch zu bis zu sieben Jahre Haft verurteilt werden.

Die pax christi-Bistumsstelle Würzburg und die anderen Prozessbegleiter/-innen beobachten den Fall auch in Zukunft genau.