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Adolfo Perez Esquivel wird heute 75

pax christi gratuliert dem argentinischen Friedensnobelpreisträger zum 75. Geburtstag

Der argentinische Menschenrechtler Adolfo Perez Esquivel wird am heutigen Sonntag 75 Jahre alt. Er erhielt nach 14monatiger Haft unter der Mlitärdiktatur und weltweiten Protesten, die schließlich zu seiner Freilassung führten, 1980 den Friedensnobelpreis. In Deutschland wurde der Architekt und Künstler breiten Kreisen bekannt durch ein Hungertuch, das er für Misereor schuf. Er war lange Jahre Koordinator von SERPAJ (Servicio Paz y Justicia), einem Ökumenischen Dienst für Frieden und Gerechtigkeit, der heute in 14 Ländern vertreten ist.

In einer gerade erschienenen Biografie würdigt die Schweizerin Marianne Spiller-Hadorn, eine langjährige Freundin der Familie und in der Menschenrechtsarbeit in Brasilien aktiv, Adolfo Perez Esquivel als gewaltfreien Rebell und argentinischen Gandhi: "Der gewaltfreie Rebell", Orell-Füssli-Verlag, Zürich 2006. Die Herausgeberin hat darin viele Gespräche mit dem Jubilar festgehalten, Teile aus seiner Autobiographie übersetzt, eine Fülle von Fotos und Kunstwerken des Autors abgebildet und manche politischen Beiträge von Esquivel abgedruckt. Es ist die erste umfassende Lebens-Dokumentation des Friedensnobelpreisträgers in deutscher Sprache.

Derzeit bemüht sich der Menschenrechtler, die Täter von damals vor Gericht zu bringen. Amnestiegesetze, die erst im vergangenen Jahr für verfassungswidrig erklärt wurden, hatten dies über Jahrzehnte verhindert. Zuletzt wurden die ersten Angeklagten wegen Folter und Mordes verurteilt. Insgesamt fielen der Militärdiktatur in Argentinien rund 30.000 Menschen zum Opfer. In Deutschland initiierte Perez Esquivel die "Koalition gegen Straflosigkeit", in der auch pax christi mitwirkt. Dort wird u.a. versucht, das Schicksal jener Deutschen zu klären, die in Argentinien während der Diktatur "verschwanden".