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Erzbischof Monsengwo kritisiert Verlegung der Wahl im Kongo
Der Vizepräsident von Pax Christi International, Erzbischof Monsengwo aus Kisangani im Ostkongo, hat in seiner Funktion als Vorsitzender der Bischofskonferenz in der Demokratischen Republik Kongo die erneute Verschiebung der Wahlen in seinem Land auf den 30. Juli 2006 kritisiert. Dies meldete gestern die Katholische Nachrichtenagentur. Die pax christi-Kommission „Solidarität mit Zentralafrika“ hatte sich vor Wochen kritisch mit der einseitigen Fixierung der Diskussion auf einen EU-Militäreinsatz befasst, der im Mai im Deutschen Bundestag diskutiert wird (s. Kurzmeldung vom 22.3.2006 auf dieser Website).
Kinshasa (KNA) Die katholische Kirche im Kongo hat die Verschiebung der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den 30. Juli kritisiert. Es sei zu bedauern, dass es zu einer „einseitigen“ Entscheidung gekommen sei, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Laurent Monsengwo Pasinya, laut Presseberichten vom Dienstag. Besser wäre gewesen, einen Konsens mit allen gesellschaftlichen Gruppen zu suchen, kritisierte Monsengwo die Wahlkommission. Der Bischofskonferenz-Vorsitzende beklagte, mit dem neuen Termin würden die Fristen der Übergangsverfassung überschritten. Danach hätten Wahlen vor dem 30. Juni stattfinden müssen. Der Erzbischof rief Armee und Sicherheitskräfte auf, vor den Wahlen strikte Neutralität zu wahren. Zudem müssten die Bürger genau über Identität und Programme der Präsidentschaftskandidaten aufgeklärt werden. In einigen Fällen habe die Wahlkommission klare Auskünfte über die Zulässigkeit der Kandidaturen vermieden, kritisierte Monsengwo.
Die Wahlkommission hatte den neuen Wahltermin am Sonntag genannt. Zuvor war der Urnengang mehrfach verschoben worden. In der vergangenen Woche beschloss die EU formell die Entsendung europäischer Soldaten zur Unterstützung der bereits im Kongo stationierten UN-Blauhelme. Deutschland soll die Leitung übernehmen. Wenn der Bundestag die Mission beschließt, werden sich rund 500 deutsche Soldaten an dem auf 16,7 Millionen Euro veranschlagten Einsatz beteiligen. Als Favorit der Präsidentschaftswahlen gilt Amtsinhaber Joseph Kabila. Die zweiten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen nach der Unabhängigkeit des Landes im Juni 1960 gelten als wichtiger Schritt zur Demokratisierung des zentralafrikanischen Staats. In dem 1997 begonnenen Bürgerkrieg kamen bis zu vier Millionen Menschen ums Leben. (KNA vom 03.05.2006)