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Waffenstillstand in Sri Lanka in Gefahr

pax christi fordert die Konfliktparteien zu Friedensverhandlungen auf.

Seit einem Jahr betreibt die deutsche Sektion von pax christi gemeinsam mit dem Oblatenorden in Jaffna im Norden Sri Lankas ein „Zentrum für Frieden und Versöhnung“. Vier einheimische MitarbeiterInnen und eine deutsche Fachkraft des Zivilen Friedensdienst treten für eine gewaltfreie Lösung des Konfliktes zwischen Tamilen und Singhalesen ein.

Die Halbinsel Jaffna wird fast ausschließlich von Tamilen bewohnt – sie ist jedoch seit 1995 vom singhalesischen Militär besetzt. Ganze Landstriche und auch der Küstenstreifen sind militärisches Sperrgebiet. Viele Menschen wurden aus ihren Dörfern vertrieben und fristen ihr Dasein als Flüchtlinge in der Stadt Jaffna. Südlich der Halbinsel schließt sich das von den Tamil Tiger (LTTE) kontrollierte Gebiet an – mit eigener Verwaltung, Polizei und Gerichtsbarkeit. Der gesamte Nord-Osten des Landes war vom Tsunami Ende 2004 stark betroffen.

Die Arbeit des Zentrum wird seit der Verhängung des Ausnahmezustandes durch die Regierung im August 2005 von der wachsende Gewalt im Norden überschattet. Das Anfang 2003 geschlossene Waffenstillstands-Abkommen wird von beiden Konfliktparteien zunehmend verletzt. Uns liegt eine Liste von 112 Menschen vor, die seit September 2005 ermordet wurden. 72 von ihnen sind Soldaten der singhalesischen Armee und Polizisten - die anderen 60 überwiegend tamilische Zivilisten: Studenten, Fischer, Marktverkäufer, junge Frauen. Sie wurden Opfer von Anschlägen auf Regierungssoldaten auf der einen Seite - und Razzien, Folter und Morde durch Sicherheitskräfte auf der anderen Seite. Die Menschen im Norden und Osten des Landes leben in Angst und Schrecken.

Wir schließen uns einem dringenden Appell des Zentrums an und fordern gemeinsam mit unserem Partner vor Ort beide Konfliktparteien auf, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen und ernsthafte Friedensverhandlungen zu beginnen. Wir bitten die Internationale Gemeinschaft, ihren Druck auf beide Parteien zu verstärken und die norwegische Regierung bei ihren Vermittlungsversuchen zu unterstützen. Nur eine nachhaltige Lösung des Konfliktes kann den Menschen eine sichere Existenz und dem Land die Chance zu einem wirtschaftlichen Aufschwung bringen.

Weitere Informationen: www.paxchristi.de oder telefonisch.

Bad Vilbel, 12. Januar 2006