Grußwort
pax christi
Orte des Gedenkens...
News&Infos
Erinnern für die Gegenwart
Friedensdienste
Nahost
Friedensbildung
Nord / Süd
Globalisierung
Friedenspolitik
60 Jahre pax christi
Zeitschrift
Bestellen
Intern
pax christi Präsident Bischof Heinz Josef Algermissen, Fulda, äußert sich zum Tod von Papst Johannes Paul II
pax christi ist dankbar für das unermüdliche Zeugnis von Papst Johannes Paul II für Frieden und Gerechtigkeit. Dieses Zeugnis gründete in dem tiefen Bekenntnis zu Jesus Christus und dem Glauben an Gott den Schöpfer von Himmel und Erde und die unverlierbare Würde des Menschen. Aus dieser gläubigen Haltung heraus erhob er immer wieder neu seine Stimme gegen Krieg und Ungerechtigkeit in der Welt. Hieraus erwuchs ihm im Laufe seines Pontifikats eine Autorität, die über Staats- und Religionsgrenzen hinweg respektiert und anerkannt wurde und ihn zur unbestrittenen moralischen Instanz werden ließ. Besonders deutlich wurde dies in seiner Mahnung gegen den Irak-Krieg mit seiner zentralen und weltweit verstandenen Botschaft: Der Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit. Für Papst Johannes Paul II war die Arbeit für Frieden und Gerechtigkeit die Aufgabe aller Menschen - nicht nur politischer Führer - in einer letztlich nicht teilbaren Welt. So ermunterte er jeden einzelnen zu persönlichen Zeugnissen des Friedens und der Versöhnung. Mit Dankbarkeit erinnern wir uns an eine erste Begegnung mit ihm - noch als Bischof von Krakau - bei den Bemühungen um eine Aussöhnung mit Polen wie auch die Wertschätzung und die Ermutigung zur Fortsetzung unserer Arbeit, die er 1995 bei einem Empfang für die internationale pax christi-Bewegung zum Ausdruck gebracht hat. Versöhnung und Frieden war ein zentrales Anliegen und Thema seines Pontifikates. Er stellte dies in den Mittelpunkt seiner Besuche der Gedenk- und Mahnorte des Friedens in Auschwitz, Hiroshima, Yad Vashem, Coventry oder Sarajevo und führte die Weltreligionen zum regelmäßigen Gebet für den Weltfrieden zusammen. Als erster Papst in der Geschichte besuchte er eine Synagoge und eine Moschee und bekannte sich öffentlich zur Mitschuld der katholischen Kirche an den Feindschaften gegenüber dem Judentum. Johannes Paul II erinnerte an die Einheit der gesamten Menschheit auch über die eigene Glaubensgemeinschaft hinaus. Er war damit ein wirklich katholischer Papst, der eine Gerechtigkeit einforderte, die auch den Armen und Schwachen ein Leben in Würde ermöglicht. Mit seiner universalen Botschaft konnte er weltweit ein Zeichen setzen gegen die globale Macht des Kapitals, das die Menschheit in Arme und Reiche trennt. Besonders dankbar ist pax christi für sein Eintreten für eine Erziehung zu einer Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit. pax christi ist dankbar für das reichhaltige Erbe, das Papst Johannes Paul II hinterlassen hat und will seinen Beitrag dazu leisten, dieses Erbe für den Dienst am Frieden und der Gerechtigkeit in der Welt nutzbar zu machen. Fulda, den 4. April 2005 + Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda