Grußwort
pax christi
Orte des Gedenkens...
News&Infos
Erinnern für die Gegenwart
Friedensdienste
Nahost
Friedensbildung
Nord / Süd
Globalisierung
Friedenspolitik
60 Jahre pax christi
Zeitschrift
Bestellen
Intern

Erklärung

Text des Generalsekretärs zum Ende des Irak-Krieges

Kriege können nicht gewonnen werden, nur der Frieden!

Nun geht dieser Irakkrieg in seine letzte Phase; er bleibt unmoralisch, rechtswidrig und unklug. Seine Legitimität, Legalität und Finalität (sein Ziel) sind fragwürdig. Alle Siegesposen und die Erleichterung über das Ende der Despotie Saddam Husseins können nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich hier um einen Aggressions- und Eroberungskrieg handelt, der gegen den Willen der Völkergemeinschaft geführt wird und der auch von der großen Mehrheit der Iraker mit zwiespältigen Gefühlen erlebt wird. Wenn nicht bald die UNO die regulierende Macht wird, ist mit schweren Verwerfungen und blutigen Rivalitätskämpfen zu rechnen.

Dieser Krieg lässt sich nicht mit dem schnellen Sieg rechtfertigen. Das Regime hätte anders unter Kontrolle und mittelfristig überwunden werden können – so wie auch die kommunistischen Regime in Osteuropa 1989/90, die weit höher gerüstet waren als der Irak. Die Lügen zur Begründung, in der Durchführung und nach dem Ende dieses Krieges werden offenbar werden.

Dieser „vorbeugende Krieg“ wird Schule machen, wenn er nicht völkerrechtlich eingehegt wird. Er wird die USA ermuntern, weitere ähnliche Kriege und eine Politik der Stärke zu verfolgen, wenn nicht die große Mehrheit der Völkergemeinschaft und besonders die Europäische Gemeinschaft ihren Einspruch und ihre Alternativen verdeutlicht.

Wir Christen gedenken in diesen Tagen des Todes und der Auferstehung dessen, der sich gewaltlos in den Tod gab, um die Welt zu retten. Jesus Christus, in dessen Versöhnungs- und Friedensauftrag pax christi sich versteht, hat uns den Weg der Versöhnung und Verzeihung, des Gewaltfreiheit und des mutigen moralischen Widerstandes gezeigt. Seinem Erbe treu wollen wir weiter dafür arbeiten, dass nicht Krieg wieder zum Mittel der Politik wird, sondern dass er endgültig geächtet wird. Seine Zerstörungskraft hat wiederum zahllose zivile Opfer gefordert; er war und ist selbst Terror und wird weiteren Terror erzeugen.

Im Namen der Opfer dieses und der vielen anderen Kriege, die derzeit wüten, besonders auch im Osten Kongos, gilt es jetzt, humanitär zu helfen, aber nicht mit humanitären Begründung Kriege anzuzetteln. Es gilt jetzt, Gerechtigkeit und Entwicklung zu fördern, aber diese nicht mit einer Politik der Stärke und des Militärs zu versprechen. Es gilt jetzt, nicht nachzulassen und sich Geist, Logik und Praxis des Krieges zu widersetzen, damit wir historisch nicht von der Abschreckung über die Abschottung nun zur massiven Einschüchterung und Vernichtung weiter schreiten. Gerechtigkeit und Frieden sind das Ziel; sie müssen auch den Weg bestimmen.

Ostern und die Ostermärsche sind für uns ein Zeichen des Pro-Testes und der Hoffnung!

Bad Vilbel, den 14.04.2003