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Erklärung

Presserklärung von pax christi Deutschland & medico international vom Dez. 2002

Deutsche Verwicklung in die Ökonomie des Krieges in der Demokratischen Republik Kongo stoppen!

Der Zusammenhang zwischen Rohstoffexporten und der Ökonomie der neuen Kriege in Afrika wird immer deutlicher. Der jüngste Bericht einer Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen zur "Illegalen Ausbeutung von Rohstoffen in der Demokratischen Republik Kongo" wirft einmal mehr ein Schlaglicht auf die deutsche Verwicklung in den teuflischen Zirkel von Krieg und Gewalt in Zentralafrika.

Im Osten des Kongo liegen geschätzte 80 Prozent des Weltvorrats von Tantal im Boden - ein heiß begehrter Rohstoff der Chip- und Raumfahrttechnologie. In dem offiziellen VN-Bericht ist die Weltmarktführerin H.C.Starck, eine Bayer-Tochter, neben fünf anderen deutschen Firmen genannt, die gegen die OECD-Richtlinien für transnationale Unternehmen verstoßen haben sollen.

Der Krieg in der DR Kongo ist eine der schrecklichsten humanitären Tragödien der letzten Jahre weltweit. Seriöse Schätzungen sprechen von mehr als drei Millionen Toten. Zwei Millionen Menschen sind Flüchtlinge im eigenen Land oder sind in angrenzende Staaten geflohen. Nach Friedensabkommen im Juli 2002 haben sich die ausländischen Truppen zurückgezogen, doch in dem nun entstandenen Machtvakuum geht der Konflikt weiter.

Der Sachverständigenbericht des VN-Sicherheitsrats vom Oktober 2002 macht deutlich, dass auch nach Abzug der ausländischen Truppen, die Plünderung der Ressourcen durch ein ,elite-kriminelles Netzwerk' ungebrochen weiter geht. Die deutsche Sektion von pax christi international und medico international verfolgen diese Entwicklung mit großer Sorge. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Verwicklung deutscher Firmen in den mafiösen Tantal-Handel transparent zu machen und glaubwürdig zu verhindern, dass deutsche Unternehmen den gewaltsamen Konflikt mit finanzieren. Die materiellen Ressourcen sollen denen nützen, denen sie gehören: den Menschen der Region. Und sie sollten einen Beitrag leisten zu einer gesellschaftlichen Entwicklung und nicht zu einer Fortsetzung des Krieges.

Eine aktuelle Broschüre zu dieser Frage kann im pax christi-Sekretariat in Bad Vilbel gratis bestellt werden: „Was hat mein Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun?“- Nähere Informationen bei: Dr. Heinz-Werner Wessler, E-mail: heinzwerner.wessler@uni-bonn.de

Bad Vilbel / Frankfurt a.M., den 16.12.2002