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pax christi, die international katholische Friedensbewegung, hielt in der Zeit vom 31. Oktober bis 4. November 2001 ihren alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Rat in Mainz, Deutschland, ab.
International Council of pax christi International
Der Rat wählte neue Mitglieder für das Exekutivkomitee. Msgr.Vaclav Maly, Weihbischof in Prag, Tschechische Republik; Laura Vargas aus Peru und François Mabille aus Frankreich. Marie Dennis aus den USA führt ihr Amt als Vizepräsidentin fort. Msgr. Laurent Monsengwo aus der Demokratischen Republik Kongo wurde als Vizepräsident gewählt - und Cesar Villanueva, von den Philippinen, wurde für eine weitere Wahlperiode als Vizepräsident bestätigt.
Eine Plenarsitzung beschäftigte sich mit den Ereignissen des 11. September und dem Krieg in Afghanistan. Der internationale Rat appelliert dringend an die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, das Bombardieren in Afghanistan sofort einzustellen. Dies wird es ermöglichen, dass das Hohe Kommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) und andere internationale Organisationen dafür sorgen, dass dem afghanischen Volk ausreichende Hilfsleistungen zukommen können. Pax Christi International trägt in seinen Mitgliedern die lebendige Erfahrung der Realität und der Furcht vor der Gewalt von Terrorismus und Krieg. Diese Erfahrung überzeugte die Ratsteilnehmerinnen und -teilnehmer, dass Krieg nur mehr Gealt und Leiden verursacht und dass er terroristische Aktivitäten nicht unterbinden wird.
Der Internationale Rat ist das höchste beschlussfassende Organ von Pax Christi International. Mehr als 175 Menschen aus 50 verschiedenen Ländern nahmen an der Ratstagung teil. Dieser stand der Lateinische Patriarch von Jerusalem und internationale Präsident von Pax Christi Michel Sabbah vor. Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz und Präsident der Deutschen Bischofskonferenz hielt eine Ansprache zur Friedensarbeit in der Kirche.
Neben Delegierten aus Nordamerika und Europa nahmen Mitglieder und Partner aus der ganzen Welt am Rat teil, darunter auch aus Ländern wie Ost Timor, den Philippinen, Indonesien, Vietnam, Indien, Australien, Neuseeland, Brasilien, Peru, Haiti, El Salvador, Mexiko, Puerto Rico, Palästina, Israel, Ägypten, der Demokratischen Republik Kongo, Tansania, Ruanda, Burundi, Sudan, Mali, Angola, Kamerun and Südafrika.
Arbeitsgruppen und Kommissionen befassten sich mit Themen, die mit der Friedensarbeit von Pax Christi International zusammenhängen, darunter atomare und biologische Waffen, leichte Waffen, Menschenrechte, Flüchtlinge, wirtschaftliche Gerechtigkeit, Kultur des Friedens, Verhältnis der Geschlechter und "Peace Making". Regional working groups tackled the situations of human rights and conflicts in the Middle East, Africa, Latin America, the Balkans and elsewhere.
Die Teilnehmenden brachten ihre tiefe Beunruhigung über die bedrohliche Situation im Heiligen Land zu Ausdruck und sahen die Notwendigkeit, dass die internationale Gemeinschaft unverzüglich tätig wird. Die Vereinten Nationen sollten über eine sofortige internationale Intervention entscheiden, um Gewalt und militärische Aktionen bei allen Konfliktbeteiligten zu unterbinden. Die Beteiligten sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren und den Friedensprozess im Kontext des internationalen Rechts und der UNO-Resolutionen diskutieren.
Die Situation in der Demokratischen Republik Kongo stellt einen weiteren Bereich dar, in dem die Menschen in erheblichem Umfang leiden. Das extreme Leiden der Bevölkerung, besonders in den östlichen Landesteilen, bleibt alarmierend. Eine schwere Krise in der Lebensmittelversorgung, verbunden mit dem Versagen des lange erwarteten interkongolesischen Dialogs machen den Rat besorgt übe die Zukunft der Demokratischen Republik Kongo. Der Internationale Rat appelliert an die Vereinten Nationen, den interkongolesischen Dialog starker zu unterstützen, der so bald wie möglich beginnen muss. Eine erneuertes UNO-Mandat und die Stationierung einer verstärkten Blauhelm-Truppe zur Friedenserhaltung wird empfohlen, um den vollständigen Abzug ausländischer Truppen zu sichern.
Pax Christi International gab eine Erklärung zu biologischen Waffen heraus. Die Bewegung ist besorgt über den kürzlich erfolgten Einbruch bei den Verhandlungen über ein Verifikationsprotokoll zur Konvention über biologische und Toxinwaffen (Biological and Toxin Weapons Convention , BTWC). Pax Christi International lehnt jede Art von Produktion, Erprobung, Transport, Lagerung, Anwendung oder den Besitz von biologischen und Toxinwaffen zum Töten von Menschen und zur Zerstörung von menschlicher Nahrung, Feldfrüchten und Tieren ab. Die Entwicklungen in den USA nach dem 11 September unterstreichen die Gefahr, dass Terroristen auf Massenvernichtungswaffen zurückgreifen können. Die Dringlichkeit, sich auf ein Verifikationsprotokoll zur Konvention über biologische und Toxinwaffen (BTWC) zu einigen, hat sich erhöht.
Gleichzeitig mit dem Rat fand ein Programm des Jugendforums statt, dass junge Leute aus Europa und dem Mittleren Osten zusammen brachte. Das Ziel dieses Programms bestand darin, Wege zu erkunden, auf denen die Jugend sich als aktiver Friedensmacher in ihrer unmittelbaren Umgebung betätigen kann. Zur gleichen Zeit fand das Abschlussseminar und der Trainingskurs des Projektes "Entwicklung und Konflikt" statt. Dieses Seminar zielte darauf ab, das Bewusstsein hinsichtlich der aktiven Rolle der zivilen Gesellschaft im Süden in Fragen der Konfliktprävention und Entwicklung in sieben Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu verstärken. Es brachte alle diejenigen zusammen, die während der letzten drei Jahre an dem Projekt beteiligt waren, um ihre Erfahrungen zu analysieren und neue Initiativen zu entwickeln.
Ein Treffen des Exekutivkomitees am 5. November 2001 folgte auf die Ratstagung. Dieser Ratstagung ging die Dritte Regionale Asiatisch-Pazifische Konsultation voraus, die in Bangkok stattfand (22. - 28. Oktober 2001).
Mainz, Deutschland, 5. November 2001