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Erklärung des Geschäftsführenden Vorstandes der deutschen Sektion von pax christi anläßlich der Bonner Klima-Konferenz vom 18.-27.7.2001
Gerechtigkeit, Frieden, Nachhaltigkeit und Effizienz gehören zusammen: Die Bonner Klimaschutzkonferenz zum Aufbruch ins Solarzeitalter nutzen
pax christi erinnert die gastgebende Bundesregierung an ihr selbst erklärtes Ziel der Verminderung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 um 25% (im Vergleich zu 1990) und fordert sie auf, alles zu tun, um das Kyoto-Protokoll in Bonn zu einem rechtsverbindlichen Einstieg in den weltweiten Klimaschutz zu machen.
Den Präsidenten des Klimagipfels, Jan Pronk, fordert pax christi auf, die USA nach Möglichkeit mit einzubinden, ohne die erklärten Ziele der ersten Verpflichtungsperiode bis 2012 aufzugeben.
Wir erinnern daran, daß auch ohne die USA, Kanada und Australien, aber mit West- und Osteuropa, Rußland und Japan und den wichtigsten Ländern des Südens, ein Abschluß möglich ist und fordern die Beteiligten auf, in jedem Falle mindestens "e-mission 55" zu verwirklichen, d.h. mit mindestens 55 Staaten, die 55% der Treibhausgas-Emissionen in Industrieländern repräsentieren, Kyoto in Kraft zu setzen.
pax christi unterstützt den Vorschlag des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf, die Idee eines internationalen Fonds zu prüfen, in den alle Länder einzahlen müßten, deren Emissionen über einem Niveau liegen, das mit einer langfristigen nachhaltigen Entwicklung unvereinbar ist und aus dem ärmere Länder beim Umbau ihres Energiesystems unterstützt würden.
Die Industrieländer sind für über 90% der in der Atmosphäre befindlichen menschenverursachten Treibhausgase verantwortlich (Germanwatch); die USA mit 4% der Weltbevölkerung allein für ungefähr 25% der globalen CO2-Emissionen. Sie haben die Pflicht, voranzugehen, um durch Prävention im Klimaschutz schlimmere Folgen gerade für die ärmsten Länder der Welt zu verhüten. Gerechtigkeit, Frieden, Nachhaltigkeit und Effizienz gehören zusammen. Das bedeutet praktisch auch einen schrittweisen ökologischen Umbau des Produktions-, Vermarktungs-, Konsum- und Steuersystems in den reichen Ländern. Gerade dadurch hat Europa die Chance, beim Übergang ins regenerative Solarzeitalter auch Ökologie und Ökonomie auf gute und sinnvolle Weise zu verbinden und in diesem Bereich eine weltweit geachtete Führungsposition zu übernehmen. Die Konferenz in Bonn hat historischen Charakter. Sie darf nicht scheitern!
Bad Vilbel, den 16. Juli 2001