Grußwort
pax christi
Orte des Gedenkens...
News&Infos
Erinnern für die Gegenwart
Friedensdienste
Nahost
Friedensbildung
Nord / Süd
Globalisierung
Friedenspolitik
60 Jahre pax christi
Zeitschrift
Bestellen
Intern

Erklärung

Kirche muss sich ihrer Vergangenheit stellen - Zwangsarbeiter entschädigen

Presseerklärung der Kommission Nationalismus/Rechtsextremismus/Antisemitismus

"Deutlicher Beitrag der katholischen Kirche zum Entschädigungsfonds"

Die Kommission Nationalismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus der deutschen Sektion der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi ruft die Ordensoberen und die deutschen Bischöfe auf, intensiv nach der Verstrickung in das nationalsozialistische System der Zwangsarbeit in ihren Institutionen zu forschen. Die Kommission begrüßt ausdrücklich die Initiative der Caritas und einiger Klöster nach noch lebenden Zwangsarbeitern in ihrem Verantwortungsbereich während der Zeit der NS-Herrschaft zu suchen. Vor allem aber müssen die Orden und Bistümer einen deutlichen Beitrag in den "Entschädigungsfond für Zwangsarbeiter" der deutschen Wirtschaft und der Bundesregierung leisten. Damit macht die katholische Kirche klar, dass sie selbst in das totalitäre Unrechtssystem verstrickt war und wirtschaftlich keine Sonderrolle spielte. Bis diese Zahlungen erfolgt sind, empfiehlt die Kommission den Gläubigen keine Spenden an kirchliche Organisationen zu geben. Die katholische Kirche, ihre Institutionen und ihre Oberen sollten sich nicht zu eigenen Zahlungen an Zwangsarbeitern entschließen. Das wäre Ausdruck einer geschichtlichen Sonderrolle, die die Kirche offensichtlich nicht hatte. Die Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus ist immer noch eine nur unzureichend bewältigte Aufgabe innerhalb der Kirche.

Die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi wurde 1945 in Frankreich gegründet. Die deutsche Sektion besteht seit 1948. Die bundesweit über 6.000 Mitglieder setzen sich für Versöhnung mit den Opfern des Nationalsozialismus, Solidarität mit der "Dritten Welt", Kriegsdienstverweigerer und Friedenserziehung ein.

26. Juli 2000

KOMMISSION NATIONALISMUS/RECHTSEXTREMISMUS/ANTISEMITISMUS

Wilfried Köpke Stolzestraße 3 D-30171 Hannover Fon: 05 11.81 28 22 Fax: 05 11.81 28 42